Auswahl von Frequenzumrichtern, Motoren und Getrieben für industrielle Rührwerke

Leitfaden zur Auswahl von Frequenzumrichtern, Motoren und Getrieben für industrielle Rührwerke basierend auf Leistung, Drehmoment, Rührgeschwindigkeit, Materialviskosität und Betriebsbedingungen.
Auswahl von Frequenzumrichtern, Motoren und Getrieben für industrielle Rührwerke

Das Antriebssystem eines Rührwerks erfordert die synchrone Auswahl von Frequenzumrichter, Motor und Getriebe, um ein ausreichendes Drehmoment, eine stabile Drehzahlregelung und einen dauerhaften Betrieb zu gewährleisten.
Überblick über die Auswahl von Frequenzumrichtern, Motoren und Getrieben für Rührwerke
Industrielle Rührwerke sind Geräte, die in der Chemie-, Lebensmittel-, Farben-, Wasseraufbereitungs-, Kosmetik-, Kunststoff-, Klebstoff- und Schlammverarbeitungsindustrie sowie in vielen anderen Produktionslinien weit verbreitet sind. Damit ein Rührwerk stabil läuft, müssen nicht nur der richtige Motor, sondern auch der passende Frequenzumrichter und das richtige Getriebe ausgewählt werden.
In der Praxis treten bei vielen Rührwerksystemen Probleme wie Überlastung, Motorüberhitzung, laute Getriebegeräusche, Überstrommeldungen des Frequenzumrichters oder das Nichterreichen der erforderlichen Rührgeschwindigkeit auf. Die Ursachen liegen häufig in der falschen Wahl der Motorleistung, einem falschen Übersetzungsverhältnis, einem zu geringen Drehmoment oder der Verwendung eines Frequenzumrichters, der nicht für die Lastcharakteristik geeignet ist.
Bei industriellen Rührwerken müssen alle drei Hauptkomponenten berücksichtigt werden:
Elektromotor: Erzeugt Leistung und Drehbewegung.
Getriebe: Reduziert die Drehzahl und erhöht das Drehmoment.
Frequenzumrichter: Steuert die Drehzahl, ermöglicht einen sanften Anlauf und schützt den Motor.
Die richtige Auswahl des Antriebsstrangs trägt zu einem stabilen Betrieb des Rührwerks bei, spart Wartungskosten, verringert das Risiko von Motorschäden und erhöht die Lebensdauer des gesamten Systems.
Warum benötigt ein Rührwerk das richtige Antriebssystem?
Rührwerke gehören zu den Anwendungen mit relativ komplexen Lastverhältnissen. Wenn sich das Rührwerk im Medium dreht, muss der Motor nicht nur die mechanische Reibung überwinden, sondern auch den Widerstand der Flüssigkeit oder des Materials im Behälter.
Beim Rühren von Wasser oder dünnflüssigen Chemikalien ist die Last meist geringer. Beim Rühren von Farben, Klebstoffen, Schlamm, viskosen Lösungen oder Materialien mit hoher Viskosität ist die Last jedoch deutlich höher. In diesem Fall benötigt der Motor ein hohes Drehmoment, das Getriebe muss für die Last ausgelegt sein und der Frequenzumrichter muss eine gute Regelbarkeit bei niedrigen Drehzahlen bieten.
Bei einer falschen Auswahl kann es zu folgenden Fehlern im System kommen:
Überhitzung des Motors bei Dauerbetrieb.
Fehlermeldungen des Frequenzumrichters bezüglich Überstrom oder Überlast.
Geräusche, Vibrationen oder Ölleckagen am Getriebe.
Schwaches oder ungleichmäßiges Rühren.
Die gewünschte Rührgeschwindigkeit wird nicht erreicht.
Ruckartiger Anlauf, der mechanische Stöße verursacht.
Stillstand der Produktionslinie aufgrund von Reparaturen.
Daher sollte bei der Auslegung oder dem Austausch des Antriebssystems für ein Rührwerk nicht nur auf die kW-Leistung geachtet werden. Es müssen auch die Ausgangsdrehzahl, das Drehmoment, die Materialviskosität, der Rührertyp, die Betriebsdauer und die Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden.
Lastcharakteristik von industriellen Rührwerken
Bevor Sie einen Motor, ein Getriebe oder einen Frequenzumrichter auswählen, müssen Sie den Lasttyp des Rührwerks genau verstehen.
Rührwerke für leichte Lasten
Rührwerke für leichte Lasten werden typischerweise für Wasser, dünnflüssige Lösungen, Chemikalien mit niedriger Viskosität oder kleine Rührbehälter eingesetzt. Dieser Typ erfordert kein extrem hohes Drehmoment, benötigt jedoch eine stabile Drehzahl.
Häufige Anwendungen:
Rühren von Wasser.
Rühren von dünnflüssigen Chemikalien.
Rühren von Wasseraufbereitungslösungen.
Rühren von flüssigen Additiven.
Rühren in kleinen Behältern.
Rührwerke für mittlere Lasten
Rührwerke für mittlere Lasten werden üblicherweise für Lösungen mit moderater Viskosität verwendet und erfordern Motoren und Getriebe, die eine stabilere Belastbarkeit aufweisen.
Häufige Anwendungen:
Rühren von flüssigen Lebensmitteln.
Rühren von chemischen Lösungen.
Rühren von dünnflüssigen Farben.
Rühren von Lösungen mit leichten Ablagerungen.
Rühren in Behältern mit mittlerem Volumen.
Rührwerke für schwere Lasten
Rührwerke für schwere Lasten werden meist für zähe Materialien, hohe Viskositäten oder große Rührbehälter eingesetzt. Dies ist die Gruppe, die am sorgfältigsten berechnet werden muss, da der Motor beim Anlaufen oder bei Materialverdickungen leicht überlastet werden kann.
Häufige Anwendungen:
Rühren von zähen Farben.
Rühren von Klebstoffen.
Rühren von Schlamm.
Rühren von Polymeren.
Rühren von Lösungen mit hoher Viskosität.
Rühren von Materialien in großen Behältern.
Für die Gruppe der schweren Lasten sollten Motoren mit ausreichender Leistung, Getriebe mit entsprechendem Betriebsfaktor (Service Factor) und Frequenzumrichter der Heavy-Duty-Klasse mit guter Drehmomentregelung bevorzugt werden.
Auswahl eines Motors für Rührwerke
Der Motor ist die primäre Antriebsquelle für das Rührwerksystem. Die Wahl eines zu kleinen Motors führt zu schwacher Leistung, Überhitzung und einem möglichen Durchbrennen der Wicklungen. Die Wahl eines zu großen Motors kann zu unnötigen Investitionskosten führen und die Effizienz des Systems beeinträchtigen.
Auswahl der Motorleistung
Die Motorleistung muss auf der tatsächlichen Last, dem Durchmesser des Rührflügels, der Rührgeschwindigkeit, der Materialviskosität und der Betriebsdauer basieren. Bei industriellen Rührwerken sollte die Auswahl nicht nur nach Gefühl oder basierend auf der Leistung einer ähnlichen Maschine getroffen werden.
Gängige Leistungsstufen:
Rührwerkstyp | Referenz-Motorleistung |
|---|---|
Kleiner Behälter, dünnflüssige Lösung | 0,2 – 0,75 kW |
Mittleres Rührwerk | 0,75 – 2,2 kW |
Großes Rührwerk | 2,2 – 7,5 kW |
Schwerlast-Rührwerk, hohe Viskosität | ab 7,5 kW |
Die obige Tabelle dient nur als Referenz. Bei der tatsächlichen Auswahl müssen das Drehmoment und die Abtriebsdrehzahl nach dem Getriebe zusätzlich überprüft werden.
Auswahl der Motorpolzahl
Industriemotoren verwenden üblicherweise 4-polige, 6-polige oder 8-polige Ausführungen.
Motorpolzahl | Ungefähre Drehzahl bei 50Hz | Eigenschaften |
|---|---|---|
4P | Ca. 1450 U/min | Gängig, einfach mit Getriebe zu kombinieren |
6P | Ca. 960 U/min | Niedrigere Drehzahl, höheres Drehmoment |
8P | Ca. 720 U/min | Geeignet für Anwendungen mit niedriger Eingangsdrehzahl |
Bei vielen Rührwerksanwendungen ist ein 4P-Motor in Kombination mit einem Getriebe die gängige Wahl, da er leicht verfügbar, einfach zu ersetzen und kosteneffizient ist.
Auswahl von Schutzart und Isolierstoffklasse
Rührwerke arbeiten häufig in Umgebungen mit Feuchtigkeit, Chemikalien, Staub oder Spritzwasser. Daher sollte ein Motor mit entsprechender Schutzart gewählt werden.
Arbeitsumgebung | Empfohlene Schutzart |
|---|---|
Trockene, saubere Werkstatt | IP54 oder IP55 |
Feuchte, staubige Umgebung | IP55 |
Außenbereich, starkes Spritzwasser | IP56 oder IP65 |
Korrosive Chemikalien | Spezialmotor oder entsprechende Beschichtung erforderlich |
Bezüglich der Isolierstoffklasse ist die Klasse F in der Industrie weit verbreitet. Bei hohen Umgebungstemperaturen oder schwerer Last kann die Klasse H in Betracht gezogen werden.
Auswahl eines Getriebes für Rührwerke
Rührwerke nutzen die Motordrehzahl in der Regel nicht direkt, da diese zu hoch ist. Ein Getriebe wird verwendet, um die Drehzahl zu reduzieren und das Drehmoment an der Rührwelle zu erhöhen.
Warum benötigen Rührwerke ein Getriebe?
Wenn der Motor mit 1450 U/min dreht, das Rührwerk jedoch nur 30–100 U/min benötigt, ist der Einsatz eines Getriebes zwingend erforderlich. Neben der Drehzahlsenkung erhöht das Getriebe das Drehmoment, damit das Rührwerk im Medium stabil laufen kann.
Beispiel: Ein 1,5 kW Motor mit 1450 U/min würde bei direktem Antrieb eine zu hohe Drehzahl für das Rührwerk aufweisen. Bei Verwendung eines Getriebes mit einem Übersetzungsverhältnis von 1:25 sinkt die Ausgangsdrehzahl auf etwa 58 U/min, was für viele Rühranwendungen besser geeignet ist.
Auswahl des Übersetzungsverhältnisses
Das Übersetzungsverhältnis wird nach folgender Formel berechnet:
Übersetzungsverhältnis = Motordrehzahl / Gewünschte Rührerdrehzahl
Beispiel:
Motor mit 1450 U/min, gewünschte Rührerdrehzahl 60 U/min:
Übersetzungsverhältnis = 1450 / 60 ≈ 24
Es kann das nächstgelegene Getriebeübersetzungsverhältnis von 1:25 gewählt werden.
Auswahl des Getriebetyps
Je nach Rührwerkstyp können verschiedene Getriebereihen gewählt werden.
Getriebetyp | Merkmale | Geeignet für |
|---|---|---|
Schneckengetriebe | Kompakt, rechtwinkliger Abtrieb, hohes Übersetzungsverhältnis | Leichte Rührwerke, kleine Behälter |
Stirnradgetriebe | Hoher Wirkungsgrad, gute Lastaufnahme | Mittlere bis schwere Rührwerke |
Zykloidgetriebe | Gute Stoßbelastbarkeit, langlebig | Schwere Rührwerke, stoßartige Lasten |
Planetengetriebe | Präzise, kompakt, hohes Drehmoment | Automatisierungsanwendungen, präzise Steuerung |
Bei leicht belasteten Rührwerken kann ein Schneckengetriebe eine sinnvolle Wahl sein. Bei schwer belasteten oder im Dauerbetrieb laufenden Rührwerken sollten Stirnradgetriebe, Zykloidgetriebe oder Schwerlastausführungen mit entsprechendem Betriebsfaktor (Service Factor) bevorzugt werden.
Auswahl des Frequenzumrichters für Rührwerke
Ein Frequenzumrichter ermöglicht die Drehzahlregelung des Rührwerks, einen sanften Anlauf, die Reduzierung des Anlaufstroms und den Motorschutz. Rührwerke stellen jedoch eine Last mit hohem Drehmoment dar, insbesondere beim Rühren viskoser Medien oder beim Anlauf in einem vollen Behälter. Daher ist die Wahl des richtigen Frequenzumrichters entscheidend.

Der Antriebsstrang eines Rührwerks besteht aus Frequenzumrichter, Elektromotor, Getriebe, Kupplung, Rührwelle und Rührflügel.
Auswahl des Frequenzumrichters basierend auf dem Motorstrom
Ein Frequenzumrichter sollte nicht allein nach der kW-Leistung ausgewählt werden. Es ist erforderlich, den Nennstrom des Motors auf dem Typenschild zu prüfen und einen Frequenzumrichter mit einem entsprechenden Ausgangsstrom zu wählen.
Wenn beispielsweise ein 3-Phasen-Motor mit 380V und 2.2 kW einen Nennstrom von etwa 5A aufweist, muss ein Frequenzumrichter gewählt werden, dessen Ausgangsstrom gleich oder größer als dieser Wert ist.
Auswahl des Heavy-Duty-Typs
Für Rührwerke sollten Frequenzumrichter vom Typ Heavy Duty oder solche mit hoher Überlastfähigkeit bevorzugt werden. Insbesondere bei schweren Lasten, viskosen Medien oder wenn das Rührwerk bei vollem Behälter anläuft, muss der Frequenzumrichter in der Lage sein, kurzzeitig einen hohen Strom zu liefern.
Bevorzugung des Vektorsteuerungs- oder SVC-Modus
Wenn das Rührwerk bei niedriger Drehzahl ein hohes Drehmoment benötigt, sollte ein Frequenzumrichter mit Sensorless Vector Control (SVC) oder Vektorsteuerung gewählt werden. Dieser Modus ermöglicht es dem Motor, ein besseres Drehmoment beizubehalten als bei einer herkömmlichen U/f-Kennliniensteuerung.
Einstellung der Hochlauf- und Bremsrampen
Rührwerke sollten nicht zu schnell beschleunigen, da dies leicht zu Überstrom, mechanischen Stößen und starkem Spritzen der Flüssigkeit führen kann. Die Hochlaufzeit muss entsprechend der Last eingestellt werden.
Parameter | Einstellungsempfehlung |
|---|---|
Ramp up | Sanfter Hochlauf zur Vermeidung von Überstrom |
Ramp down | Sanfte Verzögerung zur Vermeidung mechanischer Stöße |
Current limit | Strombegrenzung zum Schutz des Motors |
Overload protection | Entsprechend dem Motorstrom einstellen |
Minimum frequency | Sollte nicht über längere Zeit zu niedrig betrieben werden, wenn die Motorkühlung nicht ausreicht |
Maximum frequency | Begrenzung gemäß zulässiger Rührgeschwindigkeit |
Wird ein Bremswiderstand benötigt?
Wenn das Rührwerk ein hohes Trägheitsmoment aufweist oder ein schneller Stopp erforderlich ist, kann der Frequenzumrichter beim Abbremsen einen DC-Bus-Überspannungsfehler melden. In diesem Fall ist ein Bremswiderstand und eine Bremseinheit erforderlich, sofern diese nicht bereits im Frequenzumrichter integriert sind.
Bei Standard-Rührwerken kann, sofern kein schneller Stopp erforderlich ist, die Bremsrampe verlängert werden, um Überspannungsfehler zu begrenzen.
Berechnungsformel für das Drehmoment von Rührwerken
Das Drehmoment ist ein entscheidender Parameter bei der Auswahl des Getriebes und des Motors für ein Rührwerk.
Referenzformel:
T = 9550 × P / n
Dabei gilt:
Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
T | Abtriebsdrehmoment | N.m |
P | Motorleistung | kW |
n | Abtriebsdrehzahl nach dem Getriebe | U/min |
Beispiel: 1.5 kW Motor, Abtriebsdrehzahl nach dem Getriebe beträgt 60 U/min.
T = 9550 × 1.5 / 60 = 238.75 N.m
Das Getriebe muss daher in der Lage sein, ein höheres Drehmoment als diesen Wert aufzunehmen und gleichzeitig einen für die Lastart geeigneten Sicherheitsfaktor aufweisen.
Beispiel für die Auswahl von Frequenzumrichter, Motor und Getriebe für ein Rührwerk
Angenommen, es soll ein Antrieb für ein Rührwerk für mittelviskose Medien ausgelegt werden.
Anforderungen:
Parameter | Wert |
|---|---|
Gewünschte Rührgeschwindigkeit | 60 U/min |
Stromversorgung | 3-phasig 380V |
Vorgesehener Motor | 1.5 kW, 4-polig |
Motordrehzahl | ca. 1450 U/min |
Lastcharakteristik | Mittel |
Drehzahlregelung erforderlich | Ja |
Schritt 1: Auswahl des Übersetzungsverhältnisses
Erforderliches Übersetzungsverhältnis:
1450 / 60 ≈ 24
Es kann ein Getriebe mit dem nächstgelegenen Übersetzungsverhältnis von 1:25 gewählt werden.
Schritt 2: Berechnung des Abtriebsdrehmoments
T = 9550 × 1.5 / 60 = 238.75 N.m
Es sollte ein Getriebe mit einem zulässigen Drehmoment gewählt werden, das über diesem Wert liegt und einen geeigneten Betriebsfaktor (Service Factor) aufweist.
Schritt 3: Auswahl des Frequenzumrichters
Bei mittlerer Last kann ein 1.5 kW Frequenzumrichter gewählt werden, sofern der Nennstrom geeignet ist. Bei viskosen Medien, hoher Last oder wenn ein Anlauf bei vollem Behälter erforderlich ist, sollte ein 2.2 kW Frequenzumrichter oder eine Heavy-Duty-Ausführung in Betracht gezogen werden, um die Belastbarkeit zu erhöhen.
Schritt 4: Überprüfung der Montagebedingungen
Die Montageart des Getriebes, der Abtriebswellendurchmesser, die Kupplungsart, die Motorposition, die Betriebsumgebung sowie die Wartungsfreundlichkeit müssen überprüft werden.
Auswahlhilfe nach Rührwerkstyp
Rührwerkstyp | Lastcharakteristik | Empfohlener Motor | Empfohlenes Getriebe | Empfohlener Frequenzumrichter |
|---|---|---|---|---|
Wasser, dünnflüssige Chemikalien | Leichte Last | Standard 4P Motor | Schnecken- oder Stirnradgetriebe | V/F oder SVC |
Flüssige Lebensmittel | Mittlere Last | IP55 Motor | Stirnrad- oder passendes Schneckengetriebe | SVC |
Farbe, Schlamm, viskose Lösungen | Schwere Last | Überdimensionierter Motor | Stirnrad-, Zykloidgetriebe, Schwerlast | Heavy-Duty SVC |
Große Behälter | Hohes Trägheitsmoment | Motor mit hoher Leistung | Schwerlastgetriebe | Frequenzumrichter mit Stromreserve |
Niedrige Drehzahl | Hohes Drehmoment erforderlich | 4P oder 6P Motor | Hohes Übersetzungsverhältnis | Vektorregelung |
Chemikalien | Korrosive Umgebung | IP55/IP65 Motor | Geeignetes Material/Schutzbeschichtung | Gut geschützter Schaltschrank |
Häufige Fehler bei der falschen Auswahl des Rührwerksantriebs
Frequenzumrichter meldet Überstrom
Die Ursache liegt meist an einer zu kurzen Hochlaufzeit, zu hoher Last, unzureichender Motorleistung, einem klemmenden Getriebe oder einer zu geringen Stromdimensionierung des Frequenzumrichters.
Die Abhilfe besteht darin, die Hochlaufzeit zu erhöhen, die mechanische Last zu prüfen, den Motorstrom zu kontrollieren und bei Bedarf einen Frequenzumrichter für Schwerlastanwendungen (Heavy Duty) zu wählen.
Überhitzung des Motors
Ein überhitzter Motor kann durch Überlastung, längeren Betrieb bei zu niedriger Drehzahl, unzureichende Kühlung, instabile Spannung oder eine zu geringe Motordimensionierung verursacht werden.
Wenn der Motor häufig bei niedrigen Frequenzen betrieben wird, sollten ein Fremdlüfter in Betracht gezogen oder ein für den Frequenzumrichter geeigneter Motor gewählt werden.
Geräusche oder Überhitzung des Getriebes
Die Ursachen können Ölmangel, falsche Viskosität des Öls, Überlastung, Wellenversatz, defekte Lager oder ein falsch gewählter Betriebsfaktor (Service Factor) sein.
Es ist erforderlich, den Ölstand zu prüfen, die Last zu kontrollieren, die Kupplung auszurichten und die Gehäusetemperatur des Getriebes zu überwachen.
Schwaches Drehmoment des Rührwerks
Ein schwaches Drehmoment des Rührwerks ist meist auf ein ungeeignetes Übersetzungsverhältnis, fehlendes Drehmoment, eine Strombegrenzung am Frequenzumrichter oder eine höhere Materialviskosität als ursprünglich geplant zurückzuführen.
Das Drehmoment muss neu berechnet, die Einstellungen des Frequenzumrichters überprüft und die Viskosität des Materials neu bestimmt werden.
Hinweise zur Installation von Frequenzumrichtern für Rührwerke
Der Frequenzumrichter sollte in einem gut belüfteten Schaltschrank installiert werden, wobei Orte mit chemischen Dämpfen, Feinstaub, Spritzwasser oder übermäßiger Hitze zu vermeiden sind.
Einige wichtige Hinweise:
Motorkabel sollten getrennt von Steuerleitungen verlegt werden.
Eine fachgerechte Erdung ist erforderlich.
Die korrekten Motordaten müssen im Frequenzumrichter eingestellt werden.
Der Motor sollte ohne Fremdlüfter nicht über längere Zeit bei sehr niedriger Drehzahl betrieben werden.
Bei langen Motorkabeln sollten Ausgangsdrosseln oder geeignete Filter in Betracht gezogen werden.
Überlastschutz, Überstromschutz, Phasenausfallerkennung und Frequenzbegrenzung sollten konfiguriert werden.
Wenn das Rührwerk einen schnellen Stopp erfordert, muss ein Bremswiderstand berechnet werden.
Wann sollte ein Getriebemotor für Rührwerke verwendet werden?
Ein Getriebemotor ist die richtige Wahl, wenn eine kompakte, einfach zu installierende Antriebseinheit benötigt wird, bei der Motor und Getriebe perfekt aufeinander abgestimmt sind. Bei kleinen bis mittleren Rührwerken kann ein Getriebemotor Platz sparen und das Design vereinfachen.
Ein Getriebemotor sollte verwendet werden, wenn:
Das Gerät eine feste niedrige Drehzahl benötigt.
Der Bauraum begrenzt ist.
Eine kompakte Antriebseinheit erforderlich ist.
Die Last leicht bis mittelschwer ist.
Ein einfacher Austausch durch verfügbare Modelle gewünscht ist.
Bei Rührwerken mit hoher Last, großen Behältern oder hochviskosen Materialien sollten Motor, Getriebe und Betriebsfaktor separat berechnet werden, um die Langlebigkeit zu gewährleisten.
Wo können Frequenzumrichter, Motoren und Getriebe für Rührwerke gekauft werden?
Bei der Auswahl von Antriebskomponenten für Rührwerke sollten Unternehmen mit Anbietern zusammenarbeiten, die über die Kompetenz verfügen, technische Beratung zu leisten, Drehmomente zu berechnen, das richtige Übersetzungsverhältnis zu wählen und bei der praktischen Inbetriebnahme des Frequenzumrichters zu unterstützen.
MDRIVE TECH bietet Antriebs- und Automatisierungslösungen für Rührwerke an, einschließlich Frequenzumrichtern, Elektromotoren, Getriebemotoren, Getrieben und Steuerschaltschränken.
📞 Hotline: 0868 789 647
📧 E-Mail: [email protected]
MDRIVE TECH unterstützt:
Beratung bei der Motorauswahl für Rührwerke basierend auf der tatsächlichen Last.
Berechnung von Ausgangsdrehzahl und Drehmoment.
Auswahl des passenden Getriebes unter Berücksichtigung von Drehzahl und Betriebsfaktor (Service Factor).
Auswahl von Heavy-Duty-Frequenzumrichtern für Rührwerkslasten.
Unterstützung bei der grundlegenden Parametrierung des Frequenzumrichters.
Beratung zu Lösungen für Rührwerke in der Chemie-, Lebensmittel-, Lack-, Schlamm- und Wasseraufbereitungsindustrie.
Kontaktieren Sie MDRIVE TECH für eine Beratung zur passenden Antriebslösung für Ihre industriellen Rührwerke.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Wie viele Pole sollte ein Rührwerksmotor haben?
Rührwerke verwenden üblicherweise 4-polige Motoren in Kombination mit einem Getriebe, da diese leicht auszuwählen, einfach zu ersetzen und kosteneffizient sind. Für Anwendungen, die eine geringere Drehzahl erfordern, können 6- oder 8-polige Motoren eingesetzt werden.
Ist für ein Rührwerk ein Frequenzumrichter erforderlich?
Ja, wenn eine Drehzahlregelung, ein sanfter Anlauf, eine Reduzierung des Anlaufstroms oder ein besserer Motorschutz erforderlich sind. Für Rührwerke, bei denen die Drehzahl je nach Material angepasst werden muss, ist ein Frequenzumrichter eine sehr geeignete Lösung.
Sollte der Frequenzumrichter für ein Rührwerk nach kW oder nach Stromstärke ausgewählt werden?
Die Auswahl sollte auf Basis des Nennstroms des Motors erfolgen, nicht nur nach kW. Bei schweren Rührwerkslasten empfiehlt sich die Wahl eines Heavy-Duty-Frequenzumrichters oder eine Überdimensionierung, falls die Lastbedingungen komplex sind.
Welches Getriebe eignet sich für ein Rührwerk?
Für leichte Rührwerke können Schneckengetriebe verwendet werden. Für mittlere bis schwere Rührwerke sollten Stirnradgetriebe, Zykloidgetriebe oder Schwerlastgetriebe mit entsprechendem Betriebsfaktor gewählt werden.
Warum zeigt der Frequenzumrichter bei Rührwerken häufig einen Überstromfehler an?
Die Ursachen liegen meist in einer zu hohen Last, einer zu kurzen Hochlaufzeit, einer unzureichenden Motorleistung, einer zu geringen Stromdimensionierung des Frequenzumrichters oder einer Blockade im Getriebe bzw. Rührwerk.
Sollte ein Rührwerk bei sehr niedrigen Frequenzen betrieben werden?
Es wird nicht empfohlen, den Motor über einen längeren Zeitraum bei sehr niedrigen Frequenzen zu betreiben, wenn der Motor über einen wellenmontierten Lüfter verfügt. Bei niedrigen Drehzahlen ist die Kühlleistung des Lüfters schwach, wodurch der Motor leicht überhitzen kann. Wenn ein Dauerbetrieb bei niedrigen Drehzahlen erforderlich ist, sollte ein Fremdlüfter verwendet oder ein für den Frequenzumrichterbetrieb geeigneter Motor gewählt werden.







